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Gärten für Obst und Gemüse

Bürger in Kleve und Bedburg-Hau sollen gemeinsam pflanzen und ernten können.

Einen Namen hat es bereits: „Die essbare Stadt Kleve / Die essbare Gemeinde Bedburg-Hau“, titelt das Projekt, das die H. Looschelders Sozial- und Ökologiestiftung im Wortsinne aus dem Boden stampfen möchte. „Im sozialen Bereich arbeiten wir schon etwas länger, jetzt soll auch der ökologische dazukommen“, sagt Stifter Herbert Looschelders. Geht es nach den Initiatoren, sollen jeweils im Zentrum von Kleve und Bedburg-Hau Bereiche entstehen, in denen Bürger gemeinsam Obst, Gemüse oder Kräuter anpflanzen und pflegen können. „Ernten kann dann jeder aus der Gesellschaft“, sagt Herbert Looschelders.

Was auf den ersten Blick durchaus ambitioniert klingt, ist von den Machern aber sehr ernst gemeint: 10 000 Euro wollen sie in den ersten fünf Jahren investieren, damit das Projekt in Gang kommt. Auch mit den Verwaltungen in Kleve und Bedburg-Hau hat es erste Gespräche gegeben. Selbst wenn sich die Klever Verwaltungsspitze nicht gerade euphorisch zu den Vorschlägen, Himbeeren am Opschlag und Hochbeete in der Fußgängerzone anzubauen, geäußert haben soll, sei man dort dem ganzen grundsätzlich positiv gegenüber eingestellt, versichert Organisator Guido Burmann. „Wir können uns als Platz für ein Beet zum Beispiel die große Rasenfläche vor dem Stein-Gymnasium vorstellen“, sagt er. Dort pflanzt die Stadt derzeit noch auf einem kleinen Stück Zierpflanzen an. „Warum soll man das nicht auch mit Essbarem bepflanzen können“, fragt Mitstreiterin und Diplom-Geographin Sabine Motzenbäcker. Vorbilder seien die Städte Minden und Andernach, in denen ähnliche Projekte bereits realisiert worden sind.

Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen begrüßt die Idee, bestätigt erste Gespräche. „Die anderen Städte haben vorgemacht, dass auf diese Art und Weise öffentliche Gelder gespart werden können“, sagt er. Derzeit sei man, genau wie in Kleve, aber noch dabei, geeignete Flächen für die „essbare Gemeinde“ zu finden. Auch verwaltungs- und versicherungstechnische sowie juristische Bedenken müssen geklärt werden. Die Stiftung plant mit der Schaffung von ein oder zwei Gemeinschaftsgärten als Pilotprojekt. „Danach können wir dann wachsen“, sagt Herbert Looschelders. Damit das Vorhaben gelingt, ist Bürger-Engagement jedoch zwingend notwendig. „Jeder der mitmachen möchte, soll sich einfach bei uns melden“, meint Guido Burmann. Egal ob fundiertes Vorwissen oder Anfänger, ob professionelle Ausrüstung oder „nur“ eine helfende Hand. Am Donnerstag, 3. April, findet um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im Kolpinghaus Kleve statt. Wer Informationen zum Projekt einholen möchte, kann dies bei Herbert Looschelders, Telefon 0178 5292234 oder bei Guido Burmann, Telefon 0179 4885673.

Die H. Looschelders Sozial- und Ökologiestiftung existiert seit 2012 und finanziert sich durch Mieteinnahmen des Stiftungshauses, Spenden und Zustiftungen.

 

Ludwig Krause

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Vorstellung der Stiftung

Herbert Looschelders Stiftung -- LokalkompassDer Klever Selbsthilfeverein ist schon mehrere Jahre alt – sein Gründer, Herbert Looschelders, hat vor einem Jahr nun auch eine Stiftung ins Leben gerufen. Die Stiftung hat sich die Auseinandersetzung mit ökologischen und sozialen Themen zum Ziel gesetzt. Guido Burmann ist als Stellvertreter im Stiftungsvorstand tätig.„Ich verdiene gut, der Staat hat mein Studium finanziert – ich habe keine Kinder, meine Nichten und Neffen sind gut versorgt – auch deshalb habe ich diese Stiftung gegründet“, so Herbert Looschelders. Er stellte während der Vorstellung der Stiftung zwei Fragen: Wofür all‘ Geldd scheffeln? Macht Geld glücklich? Die Antwort entnahm der Stifter einer vor Kurzem veröffentlichten Studie zum Thema Glück und Geld: „Geld macht demnach doch glücklich – aber wenn die Grundbedürfnisse einmal befriedigt sind, ist der Zuwachs an Glück nur sehr minimal.“ Was aber stets glücklich mache, sei anderen zu helfen. „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier“ – dieses Zitat Mahatma Gandhis ist jetzt Leitspruch der Looschelderschen Ökologie- und Sozialstifung.„Ich möchte Einfluss haben auf das, was mit meinen Steuern passiert“, erklärte Herbert Looschelders. Er möchte weder Rüstungsexporte noch Ausbeutung in der Dritten Welt unterstützen. 2005 habe er das Haus an der Römerstraße 32 gekauft, 2011 sei das Haus gestiftet worden. Mit den Mieteinnahmen werden soziale oder ökologische Anliegen unterstützt. Einer der Nutznießer ist der Selbsthilfeverein, dessen Mitglieder sich seit vielen Jahren beispielsweise der Beratung und Unterstützung von Menschen im Hartz-IV-Bezug verschrieben hat.Der Stifter überreichte dem Verein am Freitag einen Scheck in Höhe von 2000 Euro.Ob ein solcher Verein nicht mit öffentlichen Geldern gefördert werden solle, fragte Looschelders. „Nein, denn es gibt weit und breit keinen Verein, der unabhängig von öffentlichen Geldern auch Städte und Kommunen verklagt – und das sehr erfolgreich“, führte Herbert Looschelders aus. Außerdem solle ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich gefördert werden.Malermeister Gerd Kersten, Bedburg-Hau, hatte am Freitag ebenfalls einen Scheck im Gepäck: Er spendete der Stiftung 800 Euro. Weitere Zustiftungen sind möglich.
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